Verlängerung der Einsendefrist für den Daniel Frese Preis 2013:
Entwürfe können noch bis einschließlich Freitag, 24. Mai 2013 eingereicht werden.



Der Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst wird seit 2011 von KIM für bildende beziehungsweise visuelle Künstler/innen in der Region Lüneburg ausgelobt und zu jährlich wechselnden Themen ausgeschrieben. Verliehen wird dieser Preis an zwei Künstler/innen für herausragende Entwürfe künstlerischer Arbeiten. Neu im Jahr 2013 ist die zusätzliche öffentliche Würdigung von weiteren drei Künstler/innen in Form einer besonderen Anerkennung.

Die alljährliche Vergabe des Daniel Frese Preis an zwei Künstler/innen mit einem Wohnsitz in einem der elf Landkreise der Region (Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Uelzen, Verden) verbindet die öffentliche Würdigung der beiden Gewinner/innen mit einem Preisgeld von je 3000 Euro für deren ausgezeichnete Entwürfe. Die Preisträger/innen, davon eine/r aus dem Bereich »Junge Kunst« (bis 40 Jahre), erhalten darüber hinaus Gelegenheit, ihren Entwurf zu realisieren und in einer Gruppenausstellung zu präsentieren. Ihre Werke werden darin mit Positionen namhafter (inter-)nationaler Künstler/innen zusammengeführt. Das Preisgeld ist für die Produktion der künstlerischen Arbeit auf Grundlage des eingereichten Entwurfs bestimmt. Durch Dokumentation der auf den preisgekrönten Entwürfen basierenden Werke in Publikationen wie insbesondere einem Katalog überdauern Würdigungen und Ausstellungspräsentationen den Moment.

Der Einsendeschluss für den zum Thema »Kunst und Geschichte« ausgelobten Daniel Frese Preis 2013 ist am Freitag, 24. Mai 2013.



Widmung

Die Auszeichnung ist dem Andenken des Lüneburger Malers und Kartographen Daniel Frese (1540-1611) gewidmet. Er bleibt in Erinnerung mit Gemälden für das kunsthistorisch bedeutsame Rathaus Lüneburgs, in denen eine neue Bildsprache zum Ausdruck kommt. Außerdem schuf Daniel Frese Entwürfe für »Civitates Orbis Terrarum«, den weltweit ersten Städteatlas von Braun und Hogenberg (ab 1572). Auf dem Weg zu einem autonomen, von Lenkung durch Kirche, Feudalherren und Staat befreiten künstlerischen Feld trat Daniel Frese als vielseitiger Künstler hervor, der Anregungen sowohl aus der italienischen wie auch aus der niederländischen Malerei aufzugreifen wusste.



Thematischer Schwerpunkt 2013: »Kunst und Geschichte«

Als ein Kennzeichen unserer Epoche gilt ihr »Zukunftsmangel«, ihre Rückwendung in die Geschichte und ihr Aufzeichnungseifer. Es wird historisiert, archiviert, gespeichert und erinnert. In dieser Lage verspricht die Befragung der Kunst zum Umgang mit Geschichte wichtige Einsichten. Im Bild gingen frühe Formen von Geschichtsschreibung und Kunst Hand in Hand: Als Erinnerungsbild oder als Gedächtnis des Auges dient das Bild dem visuellen Festhalten und Speichern. Wenn insbesondere die Historienmalerei ihre Themen zu einzelnen Momenten in der Zeit verdichtete, wirkte sie damit zugleich an der Konstruktion von Geschichte mit. In jüngerer Zeit haben verschiedene Entwicklungen das Interesse an Geschichte wie auch an Auseinandersetzungen mit historischen Darstellungen verstärkt: So setzen sich Künstler/innen auf vielfältige Weise mit Fragen von historischer Aufklärung, Spurensicherung, Identitätskonstruktion, Lokalität sowie Realität und Fiktion auseinander. Dabei sind die Zunahme dokumentarischer und re-chercheorientierter künstlerischer Zugänge ebenso zu nennen wie eine breite Strömung »ortsspezifischer Kunst«. Letztere widmete sich vor allem den »kleinen« beziehungsweise lokalen Geschichten von Orten und Einrichtungen. Die »Erinnerungskultur« bildete einen künstlerischen Flügel aus, der sich nicht in den Dienst von Erhöhung der Vergangenheit stellte, sondern die kritische Auseinandersetzung mit Zeitvorstellungen, Geschichtsbildern und historischen Ereignissen suchte. Die Kunst scheint als Medium des kulturellen Gedächtnisses aufgrund ihrer symbolischen Kraft, Inszenierungsfähigkeit und Reflektiertheit geradezu prädestiniert, solcherart Stellungnahmen beizutragen. Im Zuge einer Kritik an den großen »Meistererzählungen« der Geschichtsschreibung entwickelte sich außerdem eine Erzählstrategie, die stattdessen Mehrdeutigkeiten begrüßt und in vielerlei Hinsicht dem in der Kunst bekannten Collageprinzip verwandt ist. Nicht zuletzt aufgrund einer Skepsis gegenüber vermeintlich »objektiven« Darstellungen der Geschichte gewannen zudem bewusste künstlerische Re-Inszenierungen oder Wiederholungen historischen Materials (»Re-enactments«) in Malerei, Film, Video und Installations- oder Performance-Kunst Anerkennung als angemessene Formen des Umgangs mit Geschichte. Über alle Gattungs- und Mediengrenzen hinweg schlüpfen Künstler/innen im Ausloten der Möglichkeiten und Grenzen von Dokumentartechniken in die Rolle von Historiker/innen: Dabei thematisieren sie die Geschichte ihres Bereichs - und damit die Kunstgeschichte selbst - ebenso wie große Historie oder die Geschichte einzelner Institutionen und Felder. Ein weiteres Interesse liegt bei Alltagsgeschichte(n) und der Berücksichtigung von Zeitzeugen wie auch deren Dokumenten (»oral history«). Zu beobachten ist schließlich eine formale und inhaltliche Beschäftigung mit historisierenden Formaten aus Popkultur oder Massenmedien, wie sie etwa in den allgegenwärtigen Retro-Trends, »History Channels« im Fernsehen oder biographischen (Anti-)Heldendarstellungen (»BioPics«) zum Ausdruck kommen. Um künstlerische Auseinandersetzungen mit den vielfältigen Aspekten von »Kunst und Geschichte« anzuregen, steht die Auslobung des Daniel Frese Preis 2013 unter diesem thematischen Schwerpunkt.



Ausstellung 2013

Die für dieses Jahr vorgesehene Ausstellung befasst sich wie auch der Daniel Frese Preis 2013 mit dem Thema »Kunst und Geschichte«. Die realisierten Werke der preisgekrönten Teilnehmer/innen am Daniel Frese Preis 2013 werden in dieser Schau mit künstlerischen Arbeiten aus einem internationalen Kontext zusammengeführt. Gastgeber der Ausstellung ist Schloss Agathenburg bei Stade, das selbst ein mit Geschichte aufgeladener Ort ist. Die Ausstellung wird von 27. Oktober bis 1. Dezember zu sehen sein und eröffnet am Samstag, den 26. Oktober 2013.

Ausstellung 2012: »The Simple Life«, Kunstverein & Stiftung Springhornhof, Neuenkirchen
Künstler/innen: Josephine Meckseper, Shana Moulton, Fabian Reimann (Daniel Frese Preis 2012), Simon Starling, Niko Wolf (Daniel Frese Preis 2012, Bereich »Junge Kunst«)

Ausstellung 2011: »Demanding Supplies - Nachfragende Angebote«, Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg
Künstler/innen: Daniel Buren, Diego Castro (Daniel Frese Preis 2011), Maria Eichhorn, Katja Staats (Daniel Frese Preis 2011, Bereich »Junge Kunst«) u.a.



Jury, Preisverleihung und Laudatorin

Im Jahr 2013 wird erneut eine Fachjury aus renommierten Vertreter/innen des Kunstfeldes die Entwürfe begutachten und die Preisträger/innen bestimmen. Die Verleihung des Daniel Frese Preis 2013 findet am 4. Juli wie in den Vorjahren im Fürstensaal des Rathaus der Hansestadt Lüneburg statt.

Als Laudatorin für die Vergabe des Daniel Frese Preis 2013 konnte Prof. Dr. Beate Söntgen gewonnen werden. Seit 2011 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Leuphana Universität Lüneburg. 2012 wurde sie zur Vizepräsidentin für Forschung und Humanities dieser Universität gewählt. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst war Beate Söntgen u.a. langjährig als Kunstkritikerin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig.

Jury 2012: Marius Babias (Direktor Neuer Berliner Kunstverein, n.b.k.) (Vorsitz), Bettina von Dziembowski (Direktorin Kunstverein & Stiftung Springhornhof, Neuenkirchen), Tue Greenfort (Künstler, Berlin, u.a. dOCUMENTA (13)), Karin Guenther (Galerie Karin Guenther, Hamburg), Christoph Behnke (Leitung KIM), Valérie Knoll (Kuratorin KIM)
Laudatorin 2012: Heike Munder (Direktorin Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich)

Jury 2011: Beatrice von Bismarck (damals Rektorin Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig) (Vorsitz), Thomas Locher (Künstler, The Royal Danish Academy of Fine Arts, Copenhagen),
Bernd Milla (Geschäftsführender Direktor der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart),
Nikolaus Oberhuber (Galerie Koch Oberhuber Wolff, Berlin), Christoph Behnke (Leitung KIM),
Julia Moritz (damals Kuratorin KIM)
Laudator 2011: Robert Fleck (damals Intendant Bundeskunsthalle, Bonn)



Verfahren

Eingeladen zur Bewerbung sind bildende beziehungsweise visuelle Künstler/innen, die über einen Wohnsitz innerhalb der elf Landkreise des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg verfügen. Diese Landkreise sind Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Stade, Verden und Uelzen; ein entsprechender Nachweis ist beizulegen.

Kern der schriftlichen Bewerbung ist der Entwurf in Form eines ausformulierten Vorschlags für die inhaltliche, formale und praktische Realisierung einer auf das Jahresthema 2013, »Kunst und Geschichte«, bezogenen künstlerischen Arbeit. Der Umfang dieses Vorschlags sollte mindestens eine halbe DIN-A4-Seite umfassen und zwei DIN-A4-Seiten nicht überschreiten. Hinsichtlich Medien und Genres gibt es keine Einschränkungen, sofern sie der bildenden beziehungsweise visuellen Kunst zuzuordnen sind. Sie sind im Vorschlag jedoch zu benennen (Film, Fotografie, Installation, Malerei, Performance, digitale Produktion, Skulptur, Video, Zeichnung etc.). Für den schulischen und beruflichen Lebenslauf (CV) sowie die Dokumentation der wichtigsten Einzel- und Gruppenausstellungen der Vergangenheit, die gleichfalls einzureichen sind, empfiehlt sich eine tabellarische Form.

Die Bewerbungsunterlagen müssen bis 24. Mai 2013 eingetroffen sein. Adressatin ist die Leiterin des KIM Projektbüros, Anja Stegert (Anschrift siehe unten). Die Bewerbung kann auch in digitaler Form übersandt werden. In diesem Fall bitten wir, Entwurf, Meldebescheinigung, CV und Ausstellungsliste mit Unterschriften versehen in gescannter Form als PDF unter info@kim-art.net an Anja Stegert zu übermitteln.

Den Daniel Frese Preis erhalten zwei Künstler/innen, davon eine/r aus dem Bereich des Nachwuchses (»Junge Kunst«, bis 40 Jahre). Das Preisgeld umfasst jeweils 3000 Euro. Es ist für die Produktion der auf dem eingereichten Entwurf basierenden künstlerischen Arbeit vorgesehen. Sie wird erstmals in der diesjährigen Ausstellung zum Thema »Kunst und Geschichte« im Schloss Agathenburg bei Stade gezeigt.

Die Preisverleihung findet am 4. Juli 2013 im Fürstensaal des Rathaus der Hansestadt Lüneburg statt. Neben den beiden Preisträger/innen sind auch die drei für ihre Entwürfe besonders gewürdigten Künstler/innen geladen. In den folgenden Wochen werden die Entwürfe der Preisträger/innen in Abstimmung mit den für die Ausstellung Verantwortlichen für die Schau umgesetzt. Die Preisträger/innen sind zudem bei der Eröffnung der Ausstellung im Herbst 2013 zugegen. Die auf Basis der von der Fachjury ausgewählten Entwürfe entwickelten Arbeiten werden in einem Gesamtkatalog der von KIM in Kooperation mit Kunstinstitutionen der Region Lüneburg realisierten Ausstellungen publiziert.

Mit ihrer Bewerbung erkennen die Teilnehmer/innen das Verfahren an. Die Teilnehmer/innen des Wettbewerbs stimmen mit ihrer Einreichung der Speicherung ihrer Daten zu Forschungszwecken sowie der Archivierung und Reproduktion der eingereichten Unterlagen zu. Eine Rücksendung der eingereichten Unterlagen ist nicht vorgesehen. Die Entscheidung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar. Mit der Teilnahme bestätigt der/die Bewerber/in, dass er/sie geistige/r Urheber/in des eingereichten Vorschlags ist. Der Auslobende hat das Recht, die Arbeiten auf Grundlage der prämierten Entwürfe im Rahmen der genannten Ausstellung und ggf. anderen Präsentationen zu zeigen und Reproduktionen in Publikationen sowie im Internet honorarfrei unter Namensnennung des/der Künstlers/in zu veröffentlichen. Die Teilnehmenden bestätigen mit ihrer Einreichung, dass sie mit den genannten Veröffentlichungen einverstanden sind. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.





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